St.Anna-Treff am 21. Januar 2026 / Organspende
Ethische Konflikte zwischen Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit
St. Anna-Treff Schwerin, 21.Januar 2026, 19:30 Uhr
Bernhard-Schräder-Haus, Klosterstr. 26, 19053 Schwerin, 1. OG
Referent: Prof. Dr. Wolfgang Schareck, Rostock
Die größte Herausforderung in der Transplantationsmedizin ist der Tod auf der Warteliste bei zu wenig Spenderorganen. Die Lebendspende verletzt das medizinische Grundprinzip des Nihil nocere! Verständlich ist die Scheu, sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Ist dies der Grund dafür, dass es in Deutschland pro einer Million Einwohner nur zehn Organspender gibt? Die Debatten der letzten Zeit kreisten um die Frage nach einer Zustimmungs- oder Widerspruchslösung, also um die Art und Weise, wie die Spendebereitschaft dokumentiert wird. Die Freiheit der Selbstbestimmung kollidiert so mit der Verantwortung für den Nächsten. Die Angehörigen in ihrer Trauer sind mit der Entscheidung zur Organspende oft überfordert. Der zwangsläufige Mangel überfordert die Gerechtigkeit der Organzuteilung. Folgen sind die Verwendung qualitativ eingeschränkter Organe und zunehmend die Organspende nach Herztod. Hinzu kommen unterschiedliche Regelungen in der europäischen Solidargemeinschaft von EuroTransplant.
Der Referent: Prof. Dr. Wolfgang Schareck ist Chirurg/Transplantationsmediziner und war langjähriger Rektor der Universität Rostock.
Thomas-Morus-Bildungswerk Schwerin
Bildungsarbeit in katholischer Trägerschaft